Reizdarm – und wenn doch mehr dahintersteckt?

„Sie haben einen Reizdarm.“

Diesen Satz habe auch ich irgendwann gehört. Eigentlich hätte ich froh sein können, endlich eine Erklärung für meine Beschwerden zu haben. Aber so richtig zufrieden war ich damit nicht.

Denn meine Beschwerden waren ja trotzdem da.

Ich hatte bereits einiges hinter mir, verschiedene Ärzte aufgesucht und unterschiedliche Meinungen gehört. Irgendwann begann ich deshalb, mich selbst intensiver mit meinen Beschwerden auseinanderzusetzen. Ich las, recherchierte, änderte meine Ernährung und versuchte herauszufinden, was meinem Körper eigentlich fehlte.

Dabei beschäftigte mich immer wieder eine Frage:

Ist „Reizdarm“ wirklich die Ursache – oder beschreibt dieser Begriff zunächst einmal nur die Beschwerden?

Ein Reizdarmsyndrom kann mit ganz unterschiedlichen Symptomen einhergehen. Dazu gehören beispielsweise Bauchschmerzen, Blähungen, Durchfall oder Verstopfung. Häufig wechseln die Beschwerden auch und können mal stärker und mal schwächer ausgeprägt sein.

Bevor von einem Reizdarmsyndrom gesprochen wird, ist es wichtig, andere mögliche Ursachen der Beschwerden entsprechend abzuklären. Denn hinter Magen-Darm-Beschwerden können unterschiedliche Erkrankungen oder Unverträglichkeiten stecken.

Bei mir persönlich begann genau an diesem Punkt die weitere Suche.

Ich beschäftigte mich immer intensiver mit Ernährung und Verdauung und stieß dabei auf Themen, von denen ich vorher teilweise noch nie gehört hatte. Dazu gehörten unter anderem Sorbit, Leaky Gut, Darmmikrobiom und später auch HPU.

Nicht jeder dieser Zusammenhänge trifft auf jeden Menschen mit Reizdarmbeschwerden zu. Und genau das ist für mich heute ein wichtiger Punkt: Es gibt nicht den einen Reizdarmpatienten und deshalb auch nicht die eine Lösung für alle.

Mich interessiert vielmehr: Wann haben die Beschwerden angefangen? Was wurde bereits untersucht? Welche Lebensmittel werden vertragen und welche nicht? Welche Medikamente werden eingenommen? Wie sieht die Verdauung aus? Welche weiteren Beschwerden gibt es? Und gibt es möglicherweise Zusammenhänge, die bisher noch nicht betrachtet wurden?

Meine eigene Erfahrung mit lang anhaltenden Beschwerden hat meinen späteren Weg zur Heilpraktikerin wesentlich geprägt. Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie frustrierend es sein kann, wenn Beschwerden bleiben und man trotzdem keine für sich zufriedenstellende Erklärung findet.

Deshalb bedeutet die Diagnose Reizdarm für mich nicht automatisch, dass die Suche beendet sein muss.

Manchmal kann es sinnvoll sein, noch einmal genauer hinzuschauen und die persönliche Geschichte als Ganzes zu betrachten.

Denn genau dort können sich Hinweise verbergen, die dabei helfen, die eigenen Beschwerden besser zu verstehen.

Mein eigener Weg hat meine heutige Arbeit als Heilpraktikerin wesentlich geprägt. Wenn Sie mehr darüber erfahren möchten, lesen Sie hier meine persönliche Geschichte.