Sie kennen es vielleicht: Sie fühlen sich erschöpft und müde, kommen morgens nur schwer in die Gänge, können sich nicht mehr so gut konzentrieren und Stress vertragen Sie längst nicht mehr so gut wie früher.
Vielleicht schlafen Sie sogar ausreichend und haben trotzdem das Gefühl: Mein Akku ist einfach leer.
Schnell fallen bei solchen Beschwerden Begriffe wie Burnout, Depression oder Schilddrüse. Doch Erschöpfung kann viele verschiedene Ursachen haben. Auch Stress und die daran beteiligten Hormonsysteme können dabei eine Rolle spielen.
Eine wichtige Funktion übernimmt hierbei die Nebenniere. Dabei handelt es sich um eine paarig angelegte Hormondrüse, die wie ein kleines Mützchen auf den Nieren sitzt. Sie produziert verschiedene Hormone. Eines davon ist das sicherlich bekannte Adrenalin. Ein weiteres ist Cortisol.
Cortisol wird häufig als „Stresshormon“ bezeichnet. Es erfüllt jedoch zahlreiche wichtige Aufgaben im Körper und ist unter anderem an der Regulation des Stoffwechsels und der Immunreaktion beteiligt.
Stress gehört zunächst einmal zum Leben. Unser Körper verfügt über ausgeklügelte Mechanismen, um auf Belastungen zu reagieren. Problematisch kann es werden, wenn Stress über längere Zeit anhält und ausreichende Erholungsphasen fehlen.
Dabei muss Stress nicht immer nur psychischer Natur sein. Berufliche und familiäre Belastungen, Schlafmangel, Erkrankungen, Schmerzen, der eigene Leistungsdruck oder andere dauerhafte Belastungen können zusammenspielen.
Vielleicht erkennen Sie sich bei einigen Punkten wieder:
- Sie fühlen sich häufig müde und erschöpft.
- Sie kommen morgens nur schwer in die Gänge.
- Sie schlafen schlecht oder wachen nachts häufig auf.
- Sie können sich schlechter konzentrieren.
- Sie sind schneller reizbar als früher.
- Sie haben das Gefühl, mit Stress nicht mehr so gut umgehen zu können.
- Sie fühlen sich manchmal wie benebelt.
- Schon alltägliche Aktivitäten strengen Sie ungewöhnlich an.
Solche Beschwerden sind allerdings nicht spezifisch für die Nebenniere. Sie können ganz unterschiedliche Ursachen haben und sollten deshalb nicht vorschnell einer einzelnen Störung zugeschrieben werden.
Gerade bei länger anhaltender oder ausgeprägter Erschöpfung ist es wichtig, genauer hinzuschauen: Seit wann bestehen die Beschwerden? Welche Belastungen gibt es? Wie ist der Schlaf? Gibt es weitere Symptome? Und welche anderen möglichen Ursachen müssen berücksichtigt werden?
Denn manchmal ist „Ich bin einfach nur erschöpft“ eben doch ein Grund, genauer hinzusehen.